Nationalpark Kao Yai

Wie erkundet man am besten einen Nationalpark? Naja entweder man zeltet mitten im Park auf einem Campground oder man bucht eine Trekkingtour. Wir haben uns aus Zeit- und Ausrüstungsgründen für Letzteres entschieden, da wir nur 1 1/2 Tage für den Park einplanten. Hat es sich gelohnt? Ja!!

Unserem Freund und Helfer, dem Lonely Planet folgend sind wir im Greenleaf Guest House in der Nähe eines Parkeingangs untergekommen. (150 Baht/Nacht = 3,80 Euro). Schon in Chiang Mai wurde uns dieses Guest House von zwei Deutschen empfohlen, die genau wie wir hier eine 1 1/2 tägige Tour gemacht haben.
Am Montag reisten wir also mit einer 13h-Busfahrt von Pai aus über die Nacht an. (Im Vergleich zum Nachtzug wesentlich unkomfortabler, da uns Betten versprochen wurden,buchten wir die VIP-Klasse; letzten Endes gab es allerdings nur stark zurück klappbare Sitze, aber mit Massagefunktion 😉 Wie übertrieben!)

Tipp: Die beste Busverbindung ist der Nachtbus von Chiang Mai nach Kohrat (650 Baht = 16 Euro) und dann mit einem normalen Bus weiter nach Pak Chong, von wo aus der Park leicht zu erreichen ist.

 

Tag 1: Fledermäuse, Spinnen und Hundertfüβler

Jedenfalls wurden wir im Guest House herzlich empfangen und entschieden uns, direkt die Tour am Nachmittag mitzunehmen.
Nachdem wir gefühlt Tonnen Mosquito Spray und Sonnencreme auf die Haut geschmiert hatten, kletterten wir in die Jeeps, die vor dem Hostel bereit standen. Juhu – die Gruppe aus dem Hostel bestand zum Groβteil aus Spaniern, sodass ich meinen Spaβ hatte, Spanisch zu sprechen.
Uns erwartete eine Höhle, welche Mönchen als Meditationsstätte dient, voller Fledermäuse. Der Gestank in der Höhle durch den „guano“ (= Fledermaus*******) war kaum auszuhalten, trotzdem waren wir überweltigt von dem Anblick hunderter Fledermäuse!

 

 

 

 

 

Auβerdem begegneten uns seltene Tiere, wie ein Hundertfüβler oder (Achtung Harrypotterfans!!!) folgende Skorpionsspinne, welche im 4. HarryPotterTeil in einer Stunde der dunklen Künste von Mad Eye Moody gefoltert wird 😉
Kaum hatte mich der Guide, Joe, gefragt, ob ich mich trauen würde, die Spinne mal im Gesicht zu fühlen und ich mich nicht wehrte, saβ diese auch schon über meinem rechten Auge.
Nach der Höhle ging es zu einem Aussichtspunkt, wovon man beobachten konnte, wie eine halbe Stunde lang 4 Millionen Fledermäuse aus ihrer Höhle flogen, um in der Abenddämmerung zu jagen. Man hätte von weitem fast meinen können, der Schwarm an Fledermäusen wären Rauchschwaden gewesen.
Zur Abkühlung sprangen wir bzw. letzten Endes war ich die einzige, da die anderen wahrscheinlich durch die teilweise giftigen Tiere, welche wir heute gesehen hatten, abgeschreckt waren, in einen kleinen, angelegten See, bevor es zum Hostel ging.
Abends waren wir heilfroh über unser Doppelzimmer und sanken in die vergleichsweise (zur letzten Nacht im Bus und den Nächten zuvor in Pai) federweichen Matratzen und schliefen bis 7.00 Uhr am nächsten morgen wie Babies.

 

 

 

Tag 2: Krokodile, Affen, Gibbons und Waterdragons

Der Tag beginnt mit einer angenehmen Truck-Fahrt in den Nationalpark. Dort angekommen heiβt es, dass wir noch ein Stück weiter fahren, um evtl wilde Elefanten zu sichten. Da hatten wir wohl leider kein Glück. Bzw. im Nachhinein ist die Frage, ob die Führer nicht sogar diese „Elefantensuche“ nur erfunden haben, um die Touries bei Laune zu halten. Wilde Elefanten zu sehen, ist wohl eher eine Seltenheit.
Trotzdem war ich begeistert von der Unberührtheit der Natur. Der Guide lotse uns einen schmalen Pfad entlang mitten durch Lianen und meterhohen, hunderte von Jahre alten Bäumen. Rechts von uns fiel der Pfad ca. 2m zu einem Fluss ab. Und nachdem wir einen „Waterdragon“ (s. Bild) entdeckten, fingen plötzlich die Spanier an „crocodillo“ zu rufen und nachdem ich schnell zur Gruppe aufgeschlossen hatte, sah ich das erste Mal ein wildes Krokodil vielleicht aus 5m Entfernung! Cool! Definitiv ein Erlebnis. Beunruhigt beobachtete ich dann jedoch, wie es langsam aus dem Wasser herauskroch und im Dickicht der Farngewächse verschwand. Zum Glück auf der anderen Seite des Ufers….

 

Mein persönliches Highlight der Tour, waren die Affen, welche wir am Schluss in der Nähe des Visitorcentres beobachten konnten. Ein Affe hüpfte sogar schnell in unseren Truck, als wir ausgestiegen waren, und klaute sich unser Toastbrot, das wir achtlos offen daliegen gelassen hatten. Als wir das sahen, sprinteten wir zurück zum Truck, um unsere Rucksäcke zu sichern!

Ich versuchte mich an ein paar Schnappschüssen und filmte zwei herumtollende Affen. Zu meinem groβen Entsetzen sprang einer der Affen plötzlich unerwartet in meine Richtung und schien meine Kamera mit seinen schelmischen Augen zu fixieren. Ich stolperte rückwärts … Und stampfte dann einmal laut auf den Boden, zum Glück hatte er sich wohl schon wieder auf etwas anderes konzentriert und ich bin also immer noch stolze Besitzerin meiner Kamera…! Das Video hierzu wird noch hochgeladen… 😉

 

 

Tipp: Die 1 1/2 tägige Tour kostet 1500 Baht (= 38,50 Euro) incl. Eintrittsgebühr in den Park (400 Baht), Essen, Trinken und Transport, wer allerdings richtig wandern möchte, weniger auf dem Truck durch den Park fahren möchte, und etwas mehr Zeit einplant, sollte den Park auf eigene Faust erkunden und ein Zelt mitnehmen, um auf dem Campground zu zelten.

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