Rheinsteig … auf geht’s: Deutschland zu Fuß erkunden!

Kaum bin ich wieder zurück im guten, alten Deutschland, packt mich die Reiselust. Da ich sowieso der Meinung bin, dass wir „Traveller“ das eigene Land viel zu wenig erkunden, entschied ich mich spontan mit einem Freund ein Wanderwochenende im Rheintal zu machen.

Daten und Fakten:

Wo? Rheintal (ca. 1 h von Frankfurt am Main), Wanderweg: Rheinsteig

  1. Tag: „Königsetappe“, von Kaub nach St. Goarshausen (22km)
  2. Tag: von St. Goarshausen nach Kestert

Budget: Übernachtung in Kaub 30€ inkl. Frühstück, Bahnticket Kestert-Kaub 4,90€, Verpflegung in Form von Picknick (ca. 20€) + Anfahrt

Tag 1 Königsetappe

1. Tag: Königsetappe 22km

Am Samstag morgen bepackten wir uns mit Proviant im Edeka und ließen uns erst mal ein gutes Frühtück irgendwo am Rheinufer bei Rüdesheim schmecken. Gestärkt legten wir die letzten paar Kilometer bis nach Kaub zurück und suchten einen kostenlosen Parkplatz, um das Auto dort eine Nacht stehen zu lassen.

Da standen wir also in Kaub, mit unseren minimalistisch gepackten Rucksäcken, die hauptsächlich mit Essen und Trinken (es gab sogar selbst gepressten Apfelsaft :D) gefüllt waren.

Die Frage war nur: Wo zur Hölle beginnt der Wanderweg… ? Da wir ja nicht auf den Mund gefallen sind, fragten wir den nächstbesten Dorfeinwohner, der uns gefühlte fünf Minuten fragend anschaute und dann aber gestand, dass er es nicht wisse und uns zum Friseurladen um die Ecke schickte…, da der Besitzer gern wanderte und es bestimmt wüsste.

Gesagt getan, schon standen wir im Friseursalon. Und tatsächlich konnte der Besitzer uns weiterhelfen! Nachdem ich die wahrscheinlich letzte „normale“ Toilette für heute noch ausnutzen wollte, huschte ich quer durch den Salon und wurde von den Damen, die sich ihre neue Frühjahrsfrisuren zulegten, lustig beäugt… Die Wanderer sind scheint’s hier wohl bekannt.

… und auf ging es in die Weinberge! Nach dem ersten Aufstieg wurde ich schon als „rote Tomate“ bezeichnet, was meine Motivation icht gerade steigerte. Nach einer halben Stunde allerdings wurden wir mit einem so wunderbarem Ausblick auf das Rheintal belont, dass es alle Anstrengung wert war.

Blick auf die Loreley am Rheinsteig

2016_04 wandern rheintal (6)

Die Kilometer verflogen nur so wie im nu. Am Anfang des Tages schien mir die Zahl 22 wie ein unerreichbares Ziel, aber schon bald waren wir bei der Hälfte angekommen und gönnten uns dann unser wohl verdientes Picknick… Französischer Schafskäse, Appenzeller, noch mehr Käse, Vanillepuddingberliner, Brot, italienische Salami, Tomate, Äpfel, Bananen, …

Die Kamera haben wir mit einem geschickten kleinen Stativ im Baum befestigt 🙂

 

 

 

 

 

In St. Goarshausen übernachteten wir dann im Rheinhotel Adler. Ein kleines, etwas in die Jahre gekommenes Hotel.

„Lage perfekt für den Rheinsteig. Frühstück klasse. Preis-Leistung nicht zu toppen.“ – Uwe von Booking.com

Loreley

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Loreley_mit_tal_von_linker_rheinseite.jpg

Wer auf Legenden oder Märchen steht, der sollte auf jeden Fall die Geschichte des berühmten Felsen „der Loreley“ kennen… Hier wandert man nämlich vorbei auf dem Weg von Kaub nach St. Goarshausen – der sogenannten Königsetappe.

http://rheingaulinie.de/files/rheingaulinie/files/Freizeit/Aktiv/Loreley/RS7466_loreley_2.jpg

 

Sie kämmte ihr goldenes Haar…

Der Sage nach saß ein blondes langhaariges Mädchen namens Loreley auf dem Felsen am Rhein und kämmte ihr goldenes Haar und sang dabei eine liebliche Melodie. Ihr Aussehen und der Gesang waren so bezaubernd, dass die Schiffer auf dem Rhein zur Loreley hinaufsahen und auf die gefährlichen Riffe, Felsen und Untiefen des Rhein fuhren. Dabei kamen viele Schiffer ums Leben.

 

 

Tag 2: St. Goarshausen – Kestert

Der Wecker klingelte um 7.30 Uhr. Ein Sprung unter die Dusche. Beim Strecken merkte ich die Verspannung meiner Schultern vom Vortag (diesen Rucksack so lange zu tragen hinterlässt Spuren – zum Glück war er heute leichter, da weniger Essen drin war).

Wir machten uns schnell fertig und gingen zum Frühstücksraum, um uns die Bäuche voll zu schlagen. Wir saßen als einzige mit einem älteren, englischen Pärchen im Saal… wahrscheinlich noch zu früh für die anderen Urlauber. Jedenfalls war das Früchstück wunderbar, um sich für den Tag zu stärken. Es gab von Joghurt über Rührei bis Nutella alles was das Herz begehrt.

Also der Start in den Tag war doch schonmal gut 😉 Auf ging es wieder in die Weinberge. Anscheinend sollte es hier kleine Schreins mit Weinproben geben… Leider fanden wir keine 😀 Also weiter, vorbei an „Burg Maus“:

Burg Maus: Wandern am Rheinsteig

Blick auf Burg Maus und das Rheintal

Die Etappe war zwar deutlich kürzer, als die am Tag zuvor, allerdings machte mein Knie nicht mehr mit und wir liefen die letzten vier Kilometer am Rheinufer ebenerdig entlang, sodass wir direkt den Zug in Kestert zurück zum Auto nach Kaub nahmen. Unglaubliche 20 min und 4,90€ später waren wir wieder in Kaub.

Häuser aus Schieferplatten in Kaub

Altstadt von Kaub

Natürlich sehr ernüchternd, wenn man bedenkt, dass wir hier 1 1/2 Tage gewandert sind… aber man darf ja die Höhenmeter auch nicht vergessen ;-)!

 

 

In Kaub schauten wir uns das Städtchen an, machten eine ordentliche Brotzeit und düsten dann wieder Richtung Heimat, sodass wir gegen 20.00 Uhr wieder zu Hause waren.